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02/07/2010 - Christian Ciemalla - handball-world.com |
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Elf Treffer von Hribar: Düsseldorf gewinnt Kellerduell in Minden |
Eine Woche nach dem EM-Finale gab es im Tabellenkeller - der einzigen Ligapartie an diesem Wochenende - ein sogenanntes Vier-Punkte-Spiel. Bis zum 26:27 war die Partie offen, doch auch dank der elf Treffer von Bostjan Hribar zog Düsseldorf in der Schlußphase davon. Wichtige Treffer setzten dabei vor allem Marcel Wernicke und Michael Hegemann. Am Ende stand so ein 34:29 für die Gäste zu Buche, die sich mit dem vierten Saisonsieg auf Relegationsplatz sechzehn vorschoben. Auf diesen hat Minden, das in Henriksson (7) und Just (6) seine besten Schützen hatte, als Tabellenschlußlicht nun bereits einen Abstand von vier Punkten.
"Wir sind heute als Kollektiv aufgetreten und nehmen verdient beide Punkte mit nach Düsseldorf", strahlte der 57-fache Nationalspieler Michael Hegemann an seiner alten Wirkungsstätte. Wichtig war der Erfolg für die HSG Düsseldorf nicht nur, weil es der erste Auswärtssieg der Saison war, sondern vor allem, weil er bei einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib errungen wurde. Düsseldorfs Coach Goran Suton sah nach dem Spiel drei Gründe für den Erfolg: "Zum einen haben wir sehr stark in der Deckung gestanden, der Angriff hat diszipliniert und druckvoll gespielt und zudem haben wir in Unterzahl wichtige Tore erzielen können", so der Kroate. "Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen."
Vor 3.516 Zuschauern sorgten die Gäste durch Maximilian Weiß und Marcel Wernicke für die ersten beiden Treffer und diese schienen dem Aufsteiger die nötige Sicherheit zu verleihen. Minden tat sich in der Offensive von der ersten Minute an schwer, Rene Bach Madsen versuchte auf der Spielmacherposition Struktur in die Angriffe der Gastgeber zu bringen. Deren erster Treffer gelang in der dritten Minute dann Barna Putics. Düsseldorf spielte aber variabler, überzeugte weiterhin mit einer konzentrierten Deckungsleistung und hielt seine Führung bis zum 9:7 - Maximilian Weiß hatte getroffen. Der Junioren-Weltmeister, der am Kreis beginnen durfte, kassierte in der Deckung dann aber eine Strafzeit: Dank drei Treffern von Anders Henriksson konnte Minden beim 10:10 den ersten Ausgleich erzielten und Stephan Just, der auf Linksaußen begann, sorgte in der zwanzigsten Minuten für die erste Führung.
Goran Suton reagierte, nahm seine Auszeit. Auf das Parkett hatte er bereits kurz zuvor mit Patrick Fölser und Sturla Asgeirsson zwei EM-Teilnehmer beordert. In der umkämpften Partie setzte aber Berblinger den Ausgleich - Minden konnte durch Schmidt und Gylfason zwar noch zweimal vorlegen, doch Düsseldorf zog umgehend nach, zum 13:13 glich Andrej Kogut aus. Düsseldorf nutzte dann eine Überzahl um wieder die Führung zu übernehmen und Minden wirkte beeindruckt. Die Partie kehrte zum Rhythmus der Anfangsphase zurück, die Gäste legten zwei Tore vor, Minden kam auf eines heran. Den letzten Treffer des ersten Abschnitts setzte dabei Stephan Just mit der Pausensirene, mit einem 17:16 für die Düsseldorfer ging es in die Kabinen.
Im zweiten Abschnitt rückte bei Minden Stephan Just auf die Spielmacherposition, auf Außen kam für ihn Aljoscha Schmidt. Den ersten Treffer des zweiten Abschnitts setzte aber Bostjan Hribar, der immer besser in die Partie fand und der Mindener Deckung großes Kopfzerbrechen bereitete. Nach einem Doppelschlag von Hribar führten die Gäste beim 21:18 erstmals mit drei Toren. Der kurz vor dem Seitenwechsel ins Tor der Mindener gerückte Nikolas Katsigiannis verhinderte Schlimmeres, doch eine Überzahlsituation ließen die Hausherren nun verstreichen. Auch bei numerischer Überlegenheit liefen sich die Mindener immer wieder in der aufmerksamen Düsseldorfer Deckung fest oder scheiterten am gut aufgelegten Matthias Puhle. Vor allem von den Halbpositionen konnte nur selten der notwendige Druck aufgebaut.
Der Hoffnungsträger im Mindener Spiel hieß dann aber Rene Bach Madsen, der in sechs Minuten vier Treffer erzielte und die Hausherren wieder auf zwei Tore heranbrachte. Als Anders Henriksson dann der Anschlußtreffer zum 25:26 gelang und auf der Gegenseite Maximilian Weiß nach der dritten Zeitstrafe vom Parkett musste, schien sich das Pendel doch noch zu Gunsten der Grün-Weißen zu neigen. Doch die Überzahl verstrich ohne einen Mindener Treffer. Kaum wieder vollzählig nutzte dann aber Düsseldorf die sich bietende Chance: Michael Hegemann setzte einen wichtigen Treffer und ein Doppelschlag von Marcel Wenicke zum 30:26 bedeutete bereits die Vorentscheidung. Ein weiterer Doppelschlag des überragenden Hribar zum 32:26 ließ auch die letzten Hoffnungen der heimischen Fans erkalten. Düsseldorf agierte souveräner, nutzte seine Chancen konsequenter und siegte am Ende in diesem "Vier-Punkte-Spiel" verdient mit 34:29.
Stimmen zum Spiel (HP GWD Minden):
Richard Ratka:
Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Vom Handballerischen haben uns die Emotionen gefehlt. Wenn man es taktisch sieht, waren wir heute in der Deckung nicht auf der Höhe. Die Schwierigkeiten lagen in der Feinabstimmung. Wir haben einfache Fehler gemacht. Mit unserem Tempo sind wir ein Risiko eingegangen. Durch eigene Fehler haben wir uns unsere Chancen immer wieder zunichte gemacht. Irgendwie merkte man dann zum Schluss, dass die Verunsicherung eintritt. Jetzt zählt alles nicht mehr. Wir haben ein ganz entscheidendes Spiel verloren und das tut allen richtig weh. Ich muss über dieses Spiel nachdenken und dann muss man weitermachen. Insgesamt waren die Düsseldorfer routinierter und haben weniger Fehler gemacht. Natürlich haben sie auch in einigen Phasen ein bisschen Glück gehabt.
Goran Suton:
Ich möchte meiner Mannschaft gratulieren zu einem verdienten Sieg. Wir haben das Spiel von der ersten Minute an dominiert und diese immer verteidigt. Unsere Abwehr heute sehr gute Arbeit geleistet. Im Angriff haben wir das gespielt, was wir uns vorgenommen haben - mit viel Disziplin, aber auch mit viel Druck. Das war ein wichtiges Spiel, aber es ist nur eins von 16 Spielen, die beide Mannschaften noch zu bestreiten haben. Das wird noch bis zum letzten Spieltag spannend.
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| Scorers: Henriksson (7), Just (6), Madsen (5), Schmidt (4), Putics (4), Gylfason (2), Schäpsmeier (1) - Hribar (11), Hegemann (6), Berblinger (4), Wernicke (4), Sulc (3), Weiß (3), Asgeirsson (2), Fölser (1) |
7m: 4/6 - 4/5 2-Minute Penalties: 2/5 Disqualifications: Weiß (51.) |
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