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02/08/2010 - Martin Kloth und Franko Koitzsch, dpa / red |
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Final Four ohne Kiel - Düsseldorf siegt in Minden |
Derbysieg für die Rhein-Neckar Löwen, Pokal-Coup durch den VfL Gummersbach: In der Neuauflage des Vorjahres-Finales hat der Altmeister im Viertelfinale den Cup-Verteidiger THW Kiel unerwartet klar mit 35:28 (21:12) besiegt. Durch das Aus ist die Kieler Serie von 1401 Tagen ohne Pokal-Niederlage gerissen. Der deutsche Rekordmeister ist damit erstmals seit 2003 nicht beim Final Four in Hamburg dabei. Die Nachfolge der Kieler spielen Gummersbach, TuS N-Lübbecke, HSV Hamburg und die Löwen aus, die am Sonntag das baden-württembergische Viertelfinal-Duell bei Frisch Auf Göppingen mit 33:29 (15:14) gewannen. In der Liga gelang Düsseldorf ein immens wichtiger Sieg in Minden.
In Göppingen hielten die Gastgeber lange Zeit gut mit, die Badener waren aber in den entscheidenden Situationen konzentrierter. Beim 19:20 in eigener Überzahl hatte Göppingen zwanzig Minuten vor Abpfiff die Chance zum Ausgleich, leistete sich aber folgenschwere Fehler. Die Gäste konterten eiskalt und zogen mit vier Toren in Folge entscheidend davon. „Unser Spiel war zu hektisch, Michael Haaß ist nicht ins Spiel gekommen und dann kommen auch unkontrollierte Würfe aus dem Rückraum“, analysierte FAG-Trainer Velimir Petkovic, "das ist tödlich gegen eine so starke Mannschaft, die eine schnelle erste Welle spielt." Löwen-Torwart Henning Fritz hielt zudem vier Siebenmeter. Bester Werfer des Spiels war Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar Löwen mit zwölf Toren. Für Göppingen traf Lars Kaufmann sieben Mal. "Das Spiel war sehr hektisch, verlief immer wieder in Wellen. Dennoch bin ich der Meinung, dass wir in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert haben", ergänzte Ola Lindgren, Trainer der Gäste.
Die Pokalsensation des Wochenendes fand allerdings in der kleinen, ausverkauften und stimmungsvollen Eugen-Haas-Halle in Gummersbach statt. Mit einer starken Teamleistung, aus der Torhüter Goran Stojanovic noch einmal herausragte, rangen die Gummersbacher den hohen Favoriten aus Kiel nieder. Mit einem 3:0 Blitzstart schockte der VfL den THW, der in der Folge eklatante Schwächen in allen Bereichen zeigte, während der VfL wie aus einem Guss spielte. Die meisten Tore warfen Robert Gunnarsson (8) und Vedran Zrnic (8/3) beim Gastgeber sowie Filip Jicha (7/3) für Kiel. Die zuvor letzte Pokal-Niederlage hatte Kiel im Halbfinale 2006 gegen die SG Kronau-Östringen erlitten. "Das Final Four ist das größte Handball-Turnier auf Club-Ebene. Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir da wieder dabei sein dürfen", sagte Gummersbachs Viktor Szilagyi.
Bereits am Samstag löste Lokalmatador HSV Hamburg im Duell mit der eigenen Vergangenheit gegen den HSV Hamburg das Ticket für das Final Four. "Wir haben eine tolle erste Halbzeit gezeigt, mit wenigen technischen Fehlern, weil wir auch mutig ins Spiel gegangen sind", freute sich Schwartaus Trainer Thomas Knorr über die gute Leistung seines Teams, das vierzig Minuten auf Augenhöhe agierte. Dann aber zog der Favorit vom 18:18 auf 22:18 davon und ließ sich diesen Vorsprung in der Folge nicht mehr nehmen. "Großes Kompliment an Thomas und sein Team. Der VfL ist sehr engagiert aufgetreten und war taktisch gut eingestellt. So hat sich ein offenes Spiel entwickelt", lobte auch HSV-Coach Martin Schwalb nach der Partie den Zweitligisten. Lob gab es dabei auch für die Schiedsrichter - Knorr: "Es war ein sehr faires Spiel, aus dem die Schiedsrichter, die heute einen guten Job gemacht haben, die gewisse Aggressivität nicht herausgenommen haben. Genau so muss Handball sein."
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Sa., 06.02.2010
Hamburg
mit Mühe in Bad Schwartau
"Wir
haben eine tolle erste Halbzeit gezeigt", so Thomas Knorr. "Aber das
Ergebnis geht so in Ordnung, wenn aus meiner Sicht auch ein, zwei Tore
zu hoch."»
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Jubel gab es auch beim TuS N-Lübbecke, der mit dem Bergischen HC allerdings große Mühe hatte. "Super, dass wir das geschafft haben", atmete TuS-Trainer Patrick Liljestrand nach der Partie auf. "Die Mannschaft hat super gekämpft und am Ende sind wir verdient ins Final Four eingezogen", so der Coach weiter. Auch Alexandros Alvanos, mit sieben Toren bester Werfer der Gäste, war die Erleichterung anzumerken: "Das ist ein richtig geiler Moment. Wir sind überglücklich und wollen diesen Augenblick einfach nur genießen." Bis zum 16:16 Mitte der zweiten Halbzeit hatte der BHC die Partie offen gehalten, dann schien nach sechs TuS_Treffern die Vorentscheidung gefallen, doch der Zweitligaspitzenreiter gab sich nicht auf. Der Erstligist ließ sich den Vorsprung aber nicht mehr nehmen und siegte am Ende mit 26:22.
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Sa., 06.02.2010
TuS
N-Lübbecke erster Halbfinalist
"Super,
dass wir das geschafft haben", freute sich TuS-Coach Patrick
Liljestrand über den historischen ersten Final Four-Einzug seines Teams.»
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Überschattet wird der Pokal-Wettbewerb von der Insolvenz des Vermarkters, wegen der der Handball-Bundesliga (HBL) ein finanzieller Verlust in sechsstelliger Höhe droht. Der bisherige Vermarkter des Final Four sowie des Allstar-Games und des Supercups, die Agentur „kick and rush“ des früheren Fußball-Profis Stefan Schnoor, ist nicht mehr zahlungsfähig. "Den Insolvenzantrag haben wir am 7. Januar gestellt. Der Insolvenzverwalter hat aber Grünes Licht gegeben, dass wir unter unserem Namen weiterarbeiten können. Wir wollen keine verbrannte Erde hinterlassen, sondern mit allen Partnern einvernehmliche Lösungen finden", sagte Agentur-Geschäftsführer Marco Schindelhauer der dpa am Sonntag. Die HBL spricht von Vertragsbruch und will strafrechtliche Schritte einleiten. "Die Agentur hat uns eine Garantiesumme in einer nicht gerade kleinen sechsstelligen Höhe zugesichert. Sie ist ihren Verpflichtungen aber nicht nachgekommen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Von der vereinbarten Summe im vergangenen Jahr sollen noch rund 170.000 Euro offen sein. Die Ausrichtung des diesjährigen Final-Four-Turniers ist durch den finanziellen Verlust aber nicht gefährdet.
In der Bundesliga stand unterdessen eine Partie auf dem Programm, ein richtungsweisendes Kellerduell, das am Ende die HSG Düsseldorf für sich entschied. Bis zum 26:27 war die Partie in Minden offen, doch auch dank der elf Treffer von Bostjan Hribar zog Düsseldorf in der Schlußphase davon. Wichtige Treffer setzten dabei vor allem Marcel Wernicke und Michael Hegemann. Am Ende stand so ein 34:29 für die Gäste zu Buche, die sich mit dem vierten Saisonsieg auf Relegationsplatz sechzehn vorschoben."Zum einen haben wir sehr stark in der Deckung gestanden, der Angriff hat diszipliniert und druckvoll gespielt und zudem haben wir in Unterzahl wichtige Tore erzielen können. Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen", freute sich Goran Suton. Michael Hegemann, früher selbst in Minden aktiv, erklärte: "Wir sind heute als Kollektiv aufgetreten und nehmen verdient beide Punkte mit nach Düsseldorf."
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