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03/09/2010 - Christian Ciemalla - handball-world.com |
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Nettelstedt gewinnt Derby gegen Lemgo |
 Nikola Blazicko bot eine starke Leistung zwischen den Pfosten Photo: Ralf Steinhorst |
Nach der verlorenen Kreismeisterschaft gegen GWD Minden hat der TuS Nettelstedt-Lübbecke das Derby gegen den TBV Lemgo dank einer starken Deckungsleistung und einem guten Blazicko für sich entschieden. Die Hausherren konnten sogar die verletzungsbedingten Ausfälle von Felixsson und Alvanos in der Partie kompensieren und die Aufholjagd des zu fehlerbehaftet aufspielenden TBV abwehren. Mit dem verdienten 29:24 (13:12) verbesserte sich der TuS auf den zehnten Tabellenplatz, Lemgo verlor weiteren Boden im Kampf um die internationalen Plätze. Nach vier Siegen in Folge ein Rückschlag für die Gäste, die nun auf die Spitzenteams THW und HSV treffen.
Vor 2.300 Zuschauern startete der favorisierte TBV Lemgo nach Plan, zwar brauchten die Gäste fünf Minuten für ihre ersten beiden Treffer, doch die Hausherren waren bis dato noch ohne Tor. Deren ersten Treffer beantwortete Martin Strobel mit einem Strafwurf zum 3:1, doch nach dieser sechsten Minute sollte die Partie kippen. Der TuS N-Lübbecke stand dabei glänzend in der Deckung, der Innenblock bremste immer wieder den Rückraum der Lemgoer aus, die gegen die 6:0-Deckung nur selten klare Einwurfmöglichkeiten schaffen konnten. Auf der Gegenseite stand aber auch die TBV-Deckung ordentlich, unterband im ersten Abschnitt vor allem die Anspiele auf Frank Löke an den Kreis immer wieder erfolgreich.
Die Partie war so von den Deckungsreihen geprägt, mit Arne Niemeyer und Michael Kraus fehlten dabei auf beiden Seiten auch wichtige Ideen- und Impulsgeber. Für den TuS sollte es in der zehnten Minute noch ärger kommen, Heidmar Felixsson, der anstatt von Alvanos begonnen und zum 3:3 ausgeglichen hatte, wollte mit einer Kreuzung Druck in die folgende Angriffsaktion bringen, brach den Versuch aber ohne Gegnereinwirkung ab und ging zu Boden. Die ersten Diagnosen lauteten auf einen Muskelfaserriß in der Wade. Die Hausherren verkrafteten den Ausfall aber, Alvanos kam und traf gleich zum 4:3, der ersten Führung der Hausherren, die diese durch einen Gegenstoß von Thorir Olafsson sogar noch ausbauten.
Sebastian Preiß beendete die siebenminütige Durststrecke der Gäste, die aber in der Folge einem Rückstand hinterherzulaufen hatten. Seinen Anteil daran hatte dabei auch Nikola Blazicko, der das Torhüterduell gegen das gegnerische Gespann Martin Galia und Carsten Lichtlein deutlich für sich entschied. Lemgo wirkte dabei in der Offensive teilweise auch nicht konsequent genug - immer wieder wurde nicht geduldig genug kombiniert und zu frühzeitig der Wurf gesucht. Der TuS stand allerdings auch so gut, dass eine immense Vorarbeit für jede Wurfchance erforderlich war und rieb die Lemgoer so auf. Ein fulminanter Wurf von Jurecki sorgte beim 9:6 sogar für die erste Drei-Tore-Führung, Lemgo blieb aber dran, auch weil einige einfache im Gegenstoß gelangen und die Fehlerzahl im Spiel der Hausherren stieg. Mit einem 13:12 ging es in die Kabinen.
Im zweiten Abschnitt gelang Frank Loke der erste Treffer, der TuS schien das Spiel über den Kreis intensivieren zu wollen. Lemgo verlor im nächsten Angriff, doch Mocsai eroberte ihn mit gutem Rückzugsverhalten wieder zurück, um ihn dann aber selbst in der Offensive wieder zu verlieren. Eine exemplarische Szene für das Lemgoer Spiel am heutigen Abend. Olafsson antwortete mit einem Gegenstoß, Tesch holte einen Strafwurf heraus den Tluczynski verwandelte und ein Doppelschlag von Michal Jurecki brachte das 18:12 - die Hausherren erwischten mit einem Fünf-Tore-Lauf einen nahezu perfekten Start in den zweiten Abschnitt. Lemgo benötigte eine Überzahlsituation, die Bechtloff nach über sieben Minuten zum ersten Treffer des Favoriten im zweiten Abschnitt nutzte.
Der TuS schien die Partie nun im Griff zu haben. Im Positionsangriff sorgten alle Positionen für Torgefahr - nun auch über Löke am Kreis. Beim Stand von 19:13 hätte Jurecki den Abstand sogar auf sieben Tore erhöhen können, ließ sich im Gegenstoß aber einholen und knallte das Leder unter Bedrängnis so wuchtig an die Latte, dass der Ball das Hallendach berührte. Der TuS verpasste die Chance auf die Vorentscheidung, Lemgo schien aber zu große Probleme gegen die weiterhin aufmerksame Deckung des TuS zu haben. Die Hausherren hatten aber den nächsten Rückschlag hinzunehmen. Alvanos, der zuvor gleich zweimal in Folge sehenswert Löke ins Spiel gebracht hatte, wurde im Gegenstoß von Glandorf umgerissen. Glandorf verbrachte die nächsten zwei Minuten auf der Bank, Alvanos hingegen musste ganz raus - die Schulter schien ausgekugelt. Tluczynski verwandelte den Strafwurf, doch der TuS hatte nach Felixsson den zweiten Linkshänder für den Rückraum verloren.
Eine Viertelstunde war noch zu spielen, der gelernte Außen Renato Rui übernahm die Position im Rückraum - und kassierte gleich zwei Strafminuten. Lemgo nutzte diese Überzahl: Svavarsson, Schmetz und Glandorf verkürzten auf 21:18, elf Minuten vor Spielende schien die Partie wieder offen. Patrick Liljestrand nahm seine Auszeit, versuchte das Spiel seines Teams wieder zu beruhigen. Lemgo war inzwischen zu einer Manndeckung gegen Jurecki übergegangen, den dadurch entstehenden Raum nutzte Hansen zu einem mutigen Durchbruch zum 22:18. Die Gäste mussten sich weiterhin jeden Treffer hart erarbeiten, dies gelang nun aber immer wieder erfolgreich. Hansen brach erneut durch und Tluczynski verwandelte den folgenden Strafwurf. Doch Lemgo schien rechtzeitig wieder in den Tritt gefunden zu haben, unter Passivdruck setzte Strobel Bechtloff mit einem Kempa ein. Auf der Gegenseite traf Hansen nur den Innenpfosten und als Svavarsson vom Kreis fünf Minuten vor Spielende das 24:22 erzielte, schien die Begegnung zu kippen.
Die Auszeit von Liljestrand schien die Aufholjagd der Gäste nur verzögert zu haben, die Verletzungsausfälle schienen die Hausherren nicht kompensieren zu können. Doch Rui nahm sich nun einfach seinen ersten Wurf und traf, das 25:22. Blazicko parierte und Hansen brach erneut durch, 26:22 - der TuS hatte mit einer Energieleistung die Wende abgewendet. Mudrow nahm seine Auszeit, versuchte es mit einer 4+2-Deckung. Doch der TuS ließ sich nicht mehr beeindrucken, die Gäste spielten souverän die Zeit herunter und ein Schlagwurf von Tim Remer zum 27:23 bedeutete die Vorentscheidung. Beim Tus klappte nun alles, Olafsson versuchte ein Anspiel an den Kreis, dies wurde verhindert, der Ball landete wieder bei Olafsson und traf scheinbar beidhändig aus der Drehung. Auch der letzte Treffer ging auf den TuS, Jurecki sorgte für den 29:24-Endstand.
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| Scorers: Olafsson (7), Jurecki (6), Tluczynski (4), Hansen (3), Alvanos (3), Løke (3), Remer (1), Felixsson (1), Rui (1) - Bechtloff (7), Schmetz (4), Svavarsson (3), Kehrmann (2), Mocsai (2), Strobel (2), Glandorf (2), Preiß (1), Ilyes (1) |
7m: 4/4 - 4/5 2-Minute Penalties: 5/5
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