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Season 2009-2010 | 21.Matchday | 03/10/2010, 20:15
LogoVfL Gummersbach - THW KielLogo
22:29 (14:15)
Lanxess-Arena (Kölnarena) (Spectators: 9053)
Referee: Lars Geipel, Marcus Helbig
03/10/2010 - Christian Ciemalla - handball-world.com
Kiel lässt sich von Gummersbach nicht überraschen

Filip Jicha erzielte in der Schlußphase sieben Kieler Treffer in Serie
Photo: fotograf-kiel.de
Der THW revanchierte sich für die Pokal-Schmach: Im Viertelfinale hatten die Oberbergischen den Rekordmeister mit 26:35 gedemütigt und dafür gesorgt, dass die «Zebras» erstmals seit 2003 nicht beim Final Four dabei sind. In der Tabelle verhalf Gummersbach dem THW mit einem Sieg gegen den HSV wieder an die Tabellenspitze, wollte heute aber eben mit dem THW den nächsten Spitzenreiter zu Fall bringen. Dieser ließ sich von der unkonventioneller 3:3-Deckung der Hausherren nicht überraschen und siegte dank einer konzentrierten eigenen Defensivleistung sowie der starken Jicha, Ahlm und Omeyer am Ende ungefährdet.

Gleich mit dem Anwurf wurde die erste Frage beantwortet. Kiel war in Ballbesitz und den Gästen stellte sich die 3:3-Deckung des VfL Gummersbach entgegen, die vor Wochenfrist den HSV zu Fall gebracht hatte. Mehrfach verwickelten die Hausherren die Angreifer in Zweikämpfe, doch der von Beginn an auf dem Parkett stehende Aron Palmarsson fand dann doch den eingelaufenen Christian Sprenger, der den ersten Kieler Angriff dann doch zum Erfolg brachte. Auf der Gegenseite stand die THW-Deckung defensiver, aber erfolgreicher. Jicha und Sprenger nutzten Gegenstöße zu einfachen Treffern und warfen den Favoriten mit 3:0 in Führung, bevor Zrnic nach fast sieben Minuten der erste Treffer für die Hausherren gelang.

Exemplarisch für das Spiel sollte aber die direkte Antwort der Kieler auf diesen ersten Gummersbacher Treffer sein: Andersson sorgte auf der Gegenseite für das 4:1. Immer wieder gelang es Kiel mit Druck und Tempo nach vorne zu spielen und so zum Abschluß zu kommen, bevor die Hausherren die unangenehme 3:3-Deckung einnehmen konnten. Palmarsson legte im Gegenstoß so das 5:1 nach - Sead Hasanefendic nahm seine Auszeit. Kiel ließ sich aber auch in der Folge nicht von der ungewohnten Deckungsvariante des VfL verunsichern, wenn der schnelle Abschluß nicht gelang, dann wurde mit Ruhe auf die sich bietende Chance gewartet.

Gummersbach minimierte allerdings die Fehler in der Offensive, nach dem 6:1 durch Jicha kamen die Hausherren langsam in die Partie. Vedran Zrnic traf von der Siebenmeterlinie und Christoph Schindler sorgte mit einem Doppelschlag für das 6:4, doch damit nicht genug - ein Doppelschlag von Pfahl und Vukovic sorgte beim 7:6 für den Anschluß der Hausherren und brachten nun THW-Trainer Alfred Gislason dazu seine Auszeit zu nehmen. Mit Daniel Narcisse brachte Gislason einen weiteren beweglichen Rückraumspieler, für die Treffer sorgten unterdessen vor allem Filip Jicha und Marcus Ahlm. Per Strafwurf erhöhte Jicha den Abstand beim 11:7 wieder auf vier Tore, doch einige Zeitstrafen hemmten in der Folge den Spielfluß auf beiden Seiten. Gummersbach profitierte zunächst davon, verkürzte mit drei Toren in Folge auf 11:10, doch Kiel legte weiter vor. Mit einem 15:14 ging es in die Pause.

Einer der Faktoren, die Gummersbach im ersten Abschnitt im Spiel hielten war Goran Stojanovic, der mehrfach glänzend parierte. Im zweiten Abschnitt baute Stojanovic nicht ab, allerdings startete Thierry Omeyer bei Kiel eine furiose Aufholjagd und entschied das Duell am Ende sogar noch für sich. Zunächst aber musste er den Ausgleich hinnehmen, Pfahl hatte trotz Unterzahl getroffen. Kiel konnte sich abere weiterhin auf Jicha, Ahlm und Omeyer verlassen. Auch die zahlreichen Strafzeiten auf beiden Seiten brachten den Favoriten nicht mehr aus dem Tritt, selbst eine über neunzigsekündige doppelte Unterzahlsituation überstand der THW dank Omeyer und der weiterhin konzentrierten Deckungsleistung ohne Gegentreffer - Klein nutzte einen Gegenstoß sogar zu einem Treffer zum 20:17.

Die vergebene doppelte Überzahlsituation war ein schwerer Rückschlag für die Hausherren, die sich auch in der Folge schwer taten gegen die gut sortierte THW-Deckung hinter der sich Omeyer immer weiter steigerte. Kiel legte nach, Narcisse traf und Jicha zerstörte jedwede bei den Gummersbacher Fans aufkeimende Hoffnung mit treffsicheren Antworten. Die nächsten sieben Kieler Treffer gingen auf das Konto des Tschechen - zum Vergleich Gummersbach gelangen im zweiten Abschnitt überhaupt nur acht Treffer. Die Entscheidung war so gefallen, Omeyer entnervte weiterhin die Angreifer des VfL und als Dominik Klein zum 29:22-Endstand einnetzte, stand längst fest, dass der THW die schwere Klippe umschifft und zwei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft auf der Habenseite verbucht hatte.



Stimmen zum Spiel (VfL Gummersbach):

Alfred Gislason:
Wir haben heute alles besser gemacht, als im Pokalspiel vor vier Wochen. Trotzdem war es ein schweres Stück Arbeit. Wir haben die Nerven behalten und waren sehr beweglich. Wir haben die Aufgabe heute, auf jeden Fall besser gelöst, als Hamburg in der vergangenen Woche. Wir haben heute verdient gewonnen, trotzdem gratuliere ich Sead und der VfL-Mannschaft für die großartige Arbeit der vergangenen Monate. Ich drücke euch die Daumen für das Final Four.

Sead Hasanefendic:
Kiel war heute die bessere Mannschaft, der Sieg geht völlig in Ordnung. Wir haben im Angriff zu ängstlich gespielt. Trotzdem bin ich mit der ersten Halbzeit noch zufrieden, da haben wir eine kämpferisch gute Leistung gezeigt. In der zweiten Halbzeit hatten wir fast zwei Minuten eine doppelte Überzahl und haben das nicht genutzt, da haben wir klare Chancen vergeben. Kiel bekam dann Sicherheit und hat sich dann schnell einen Vorsprung erspielt, da konnten wir nicht mehr gegenhalten. Mir fehlte bei meinen Spielern ein wenig das Feuer, das wir noch gegen Hamburg hatten. Da war der letzte Wille nicht da. Ich mache ihnen aber keinen Vorwurf, sie haben in den vergangenen Wochen viel geleistet, solch außergewöhnliche Leistungen sind nicht immer möglich.



Scorers: Pfahl (5), Zrnic (4), Vukovic (4), Schindler (3), Gunnarsson (2), Szilagyi (2), Krantz (1), Lützelberger (1) - Jicha (13), Ahlm (6), Klein (3), Sprenger (3), Andersson (1), Lundström (1), Palmarsson (1), Narcisse (1)
7m: 4/5 - 5/5
2-Minute Penalties: 6/5
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