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Season 2009-2010 | 28.Matchday | 03/10/2010, 20:15
LogoHSV Hamburg - Füchse BerlinLogo
34:32 (14:15)
o2 World Hamburg (Color Line Arena) (Spectators: 9135)
Referee: Uwe Prang, Uwe Reichl
03/10/2010 - Ronald Maier - handball-world.com
HSV Hamburg mit glücklichem Sieg über die Füchse Berlin

Acht Treffer von Torsten Laen reichten gegen den HSV am Ende nicht
Photo: Steffen Wollmann
Eine Woche nach der deutlichen Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach hatte der HSV Hamburg auch gegen die Füchse Berlin große Probleme. Beim 34:32 (14:15) konnte der Meisterschaftsfavorit erst in der Schlussphase auf die Siegerstraße einbiegen, musste aber bis zu Beginn der Schlussminute um den Sieg bangen. Die Gäste profitierten vor allem von den sich ergänzenden Torhütern Silvio Heinevetter und Petr Stochl, zudem trat das Team von Beginn an selbstbewusst auf. Die Hamburger zeigten sich dagegen verunsichert und fanden erst im zweiten Durchgang durch eine offensivere Abwehr ins Spiel. Beste Torschützen waren Torsten Laen (8) bei den Füchsen und Hans Lindberg (10/6) beim HSV, der allerdings auch drei Strafwürfe vergab.

Die Vorzeichen vor dem Spiel schienen klar zu stehen. Der HSV hatte sich nach der Liga-Pleite gegen Gummersbach mit dem Auswärtserfolg in der Champions League in Zagreb rehabilitiert. Auch Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning ließ im Vorfeld des Aufeinandertreffens seines Teams mit dem HSV Hamburg wenig Zweifel an der sportlichen Überlegenheit der Hanseaten und sprach von einer unlösbaren Aufgabe. Doch die Partie begann deutlich anders als erwartet. Die ersten Spielminuten waren fest in der Hand der Gäste, die mit 3:0 in fremder Halle in Führung gingen. Mit einem erneut stark aufspielenden Silvio Heinevetter im Rücken dominierten sie den Beginn des Spiels. Der HSV konnte in erster Linie durch das Tempospiel den Anschluss halten, erlaubte mit vielen Fehlern den Füchsen aber auch das Konterspiel über Markus Richwien.

Beim 5:5 in der 10. Minute gelang dem Team von Martin Schwalb erstmalig der Ausgleich, dennoch legten die Berliner weiter vor. In der 16. Minute nahm Martin Schwalb dann beim Stand von 8:9 seine Auszeit und forderte mehr Aggressivität von seiner Mannschaft. Gleichzeitig brachte der HSV-Coach Igor Vori und Domagoj Duvnjak um den Angriff zu stärken. Bis dahin konnte sich nur Krysztof Lijewski in der Offensive durchsetzen und vier Treffer beisteuern. Doch weiterhin gelang es den Hamburgern nicht den Füchsen ihre hauchdünne Führung streitig zu machen. Symptomatisch für die Gastgeber an diesem Tag war der deutlich über das Tor gespielte Heber von Hans Lindberg bei dessen drittem Strafwurf. Folgerichtig nahmen die Füchse Berlin beim 14:15 die dünne Führung mit in die Halbzeit, der HSV hatte nur einmal beim 13:12 in der ersten Halbzeit geführt.

In der zweiten Halbzeit lief nun auch Torsten Jansen auf, der in der ersten Hälfte pausierte. Bei den Berlinern konnte Markus Richwien weitermachen, nachdem er sich gegen Ende der ersten Halbzeit nach einem Foul von Matthias Flohr am Fuß verletzt hatte. In den ersten Minuten gelang es den Gästen weiter ihre Führung zu verteidigen. Der HSV agierte nun aber deutlich offensiver in der Abwehr und agiler im Angriff. Das wurde auch prompt mit der zweiten Führung am Abend zum 19:18 durch Blazenko Lackovic belohnt. Mit seinem dritten Treffer in der zweiten Halbzeit sorgte Michal Kubisztal nochmals für den Ausgleich, nach der erneuten Hamburger Führung kassierte dann allerdings Rico Göde eine Zeitstrafe.

Die Hamburger nutzten die Überzahl um die Führung auszubauen, noch während der eigenen Unterzahl reagierte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson beim 22:19 mit seiner Auszeit. "Die zwei Minuten in Unterzahl waren katastrophal, aber jetzt beginnen wir neu", versuchte er sein Team zurück auf die Erfolgsspur zu bringen, doch die Gastgeber hatten nun das Heft in der Hand. Beim 28:24 wähnte sich der HSV auf der Siegerstraße, allerdings brachte nun Petr Stochl die Gäste zurück ins Spiel. Der eingewechselte Füchse-Torhüter knüpfte an die Leistung Heinevetters aus dem ersten Durchgang an und vernagelte das Tor regelrecht, parierte unter anderem einen Strafwurf von Hans Lindberg. Kjetil Strand, Torsten Laen und mit einem Gegenstoß Markus Richwien verkürzten auf 28:27 und zwangen Martin Schwalb zur Auszeit. Dennoch gelang Ivan Nincevic mit einem Strafwurf der Ausgleich, Petr Stochl parierte den zweiten Strafwurf von Hans Lindberg und Kjetil Strand brachte die Füchse mit 28:29 nochmals in Führung.

Mit einem Doppelschlag holte Krzystof Lijewski jedoch die Hamburger Führung zurück, nachdem seine Mannschaftskollegen nun in der Defensive mit der nötigen Aggressivität agierten. Auch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Runar Karason legte der Pole nochmals zum 31:30 nach und der HSV gab in der Folge das Spiel nicht mehr aus der Hand. Um den Sieg bangen mussten die Hamburger allerdings bis zur Schlussminute, in der 59. Minute kassierte dann auch noch Martin Schwalb eine Zeitstrafe. Zuvor hatte Hans Lindberg bereits den vorentscheidenden Treffer zum 34:31 erzielt. Beim gleichen Stand hatten die Füchse beim letzten Gastspiel in Hamburg in den verbleibenden 110 Sekunden noch drei Tore zum Ausgleich erzielt, dieses Mal waren jedoch nur noch 94 Sekunden zu spielen die Torsten Laen nur für die Ergebniskorrektur zum 34:32-Endstand nutzen konnte.



Stimmen zum Spiel (PM HSV):

Martin Schwalb (Trainer HSV Hamburg):
Das war ein Kampfspiel von der ersten Sekunde an. Bei uns hat man gemerkt, dass der ein oder andere momentan keine Topleistung bringen kann. Aber dafür müssen dann andere in die Bresche springen, und das gibt die Mannschaft auch her. Ich freue mich, dass Zloty heute gut drauf war. In der zweiten Halbzeit haben wir zwischendurch mit vier geführt und meiner Meinung nach auch verdient gewonnen. Es war heute kein Feiertag, nicht Ostern, nicht Weihnachten. Es war ein Arbeitssieg – und fertig.

Dagur Sigurdsson (Trainer Füchse Berlin):
Es war ein enges Spiel – ein bisschen unerwartet vielleicht, aber meine Mannschaft hat das ganz gut gemacht. Die Abwehr stand sehr stabil, auch mit der Torhüterleistung bin ich absolut zufrieden. Am Ende war es etwas unglücklich. Wir hätten mehr verdient gehabt, aber so ist das im Sport.

Christian Fitzek (Sportlicher Leiter HSV Hamburg):
Mit dem Ergebnis können wir sehr gut leben. Wir müssen jetzt etwas Luft schöpfen, denn am Sonntag kommt ja schon das nächste schwere Auswärtsspiel in Melsungen. Aber momentan tun wir uns ja auswärts auch etwas leichter als zu hause. Wir müssen sehen, dass wir vor den eigenen Fans dann wieder Gas geben.

Blazenko Lackovic (Rückraumspieler HSV Handball):
Berlin hat keine schlechte Mannschaft. Die spielen ein gutes System und mit viel Druck. Es war ein schweres Spiel, aber wir haben uns die zwei Punkte erkämpft und dadurch verdient gewonnen. Jeder hat heute eine 100%ig kämpferische Leistung gebracht.



Scorers: Lindberg (10), Lijewski (9), Lackovic (5), Hens (3), Jansen (2), Duvnjak (2), Gille (1), Gille (1), Vori (1) - Laen (8), Richwien (6), Kubisztal (6), Nincevic (6), Bult (3), Strand (2), Karason (1)
7m: 6/9 - 5/6
2-Minute Penalties: 4/5
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