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03/11/2010 - mak |
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Eine "positive" Idee: Christer Ahl zum Spieler-Schiedsrichter |
Vor einigen Tagen hatte handball-world.com mit einem Artikel für Aufsehen gesorgt: Sollten ehemalige Spitzenspieler zum Schiedsrichter umschulen? Was Horst Bredemeier einen „interessanten, sehr guten Ansatz“ nannte, hat nun auch Christer Ahl, ehemaliger Schiedsrichter-Chef des Weltverbandes IHF, zu einer Antwort veranlasst. „Grundsätzlich positiv“ sei seine erste Reaktion gewesen, schrieb Ahl auf teamhandballnews.com.
„Es war schön zu sehen, dass zahlreiche bekannte Trainer, Spieler und Funktionäre diese Idee unterstützt haben“, sagte Ahl, „das ist die Einstellung, die nötig ist, um Spieler davon zu überzeugen, Schiedsrichter zu werden“. Allerdings hätten ihn einige Kommentare auch durchaus zum Schmunzeln gebracht. So sei die Annahme, das es sich hier um eine neue Idee handele, irrig, berichtet Ahl von Erfahrungen „aus den letzten 30,40 Jahren“ in verschiedenen Verbänden, die mit genau solchen Konzepten gestartet waren: „Man hat angenommen, dass es einfach sei, Kandidaten zu finden und das dabei das Haupthindernis deren mangelnde Bereitschaft sei, sich von unten hochzuarbeiten.“ Allerdings würde man auch immer wieder unterschätzen, welche Herausforderung es darstelle, aus Spitzenspielern Spitzenschiedsrichter zu machen, so Ahl.
Zunächst sei der Weg vom Spieler zum Schiedsrichter durchaus nicht der normale, wenn ein Spieler dem Handball verbunden bleiben will, seien es meist andere Rollen wie die des Trainers, die ehemalige Spieler einschlagen, gibt Ahl zu bedenken. „Aber schon ein kleiner Anteil wäre hilfreich“, betont Ahl, der sich auch vorstellen kann, das Verbände die Erfahrung von Spielern zum Anlass nehmen könnten, andere Aufstiegsmodelle für Schiedsrichter zu entwickeln. „Schlaue Verbände erkennen, dass sie flexibel sein müssen – also werden sie im individuellen Fall entscheiden, ausgehend von den Fähigkeiten des Einzelnen und darauf aufbauend auch Ausnahmen schaffen.“
Selbst die IHF könnte von ihrem normalen Weg abweichen und sich Kandidaten aus anderen Bereichen öffnen, vermutet der ehemalige Schiedsrichter-Chef des Weltverbandes. „Ich kann mir sogar vorstellen, dass die Regelkommission der IHF klare Signale zur Unterstützung der nationalen Verbände bei solchen Vorhaben aussenden würde“, meint Ahl. „Ich würde die Suche auch nicht auf Nationalspieler beschränken, Erst- und Zweitligaspieler aus den Handball-Großmächten bringen klar die benötigte Erfahrung mit. Es erscheint überhaupt zweifelhaft, ob die großen Stars diejenigen wären, die sich als erste anbieten – und darüber hinaus erscheint es zweifelhaft, ob deren „Star-sein“ hilfreich für die Aufgabe wäre.“
„Wenn diese Vision Wirklichkeit werden soll, müsste man den Spielern attraktivere Perspektiven aufzeigen, wie sie es an die Spitze schaffen, kürzere Wege. Aber was spricht dagegen, sich damit auseinanderzusetzen?“, fragte Bundestrainer Heiner Brand damals provokant. Christer Ahl ergänzt: „Es ist natürlich richtig, das sich einige Befürworter der Idee auch dahingehend geäußert haben, der aktuelle Staus des Schiedsrichterwesens würde Neulinge eher abschrecken. Aber – das gilt nicht nur für ehemalige Spitzenspieler, die umschulen wollen, sondern für alle, die den Weg des Schiedsrichters einschlagen wollen“, so Ahl. „Hier haben die Verbände eine schwerwiegende Verantwortung. Ich glaube nicht dass die finanzielle Entschädigung der entscheidende Ansatz ist, vielmehr geht es um bessere Ausbildung, bessere Begleitung und Förderung verbunden mit einer machtvolleren Spielaufsicht. Aber eine grundsätzliche Aufwertung im Status, der Unterstützung und dem Schutz der Funktion des Schiedsrichters ist dringend notwendig.“
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