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03/12/2010 - PM MT Melsungen
"Festival" gegen Hamburg und Bewährungstest virtuell: Mario Kelentric im Gespräch

Mario Kelentric
Photo: Hartung
Die Ausgangslage ist klar, über den Favoritenstatus braucht man vor dem Spiel der MT Melsungen gegen den HSV Hamburg nicht zu reden. Und so sieht Torwart Mario Kelentric das Ganze auch eher als „Festival“. Der Kroate freut sich auch auf das Treffen mit drei Landsleuten, der ungewohnte Auftritt als virtueller Handballer, den Keletric am Sonntag auch noch erwartet, sorgt hingegen für etwas Beunruhigung beim Melsunger.

Was geht Dir durch den Kopf, wenn Du an das bevorstehende Aufeinandertreffen mit dem HSV Hamburg denkst?

Kelentric: Es ist ein bisschen schade, dass wir ausgerechnet zu einem solchen Spiel wieder Verletzte zu beklagen haben. Wenn Grigorios Sanikis und Franck Junillon beide ausfallen würden, wäre das schon eine arge Schwächung. Zumal wir das Fehlen von Dalibor Anusic ja auch schon kompensieren müssen. Andererseits ist unsere Motivation sehr hoch. Seit dem Spiel der vergangenen Saison an dieser Stelle, in dem wir Hamburg ein Unentschieden abgerungen haben, wissen wir, dass wir auch gegen eine solche Spitzenmannschaft nicht chancenlos sind. Darüber hinaus freut sich unsere Mannschaft auf eine große Kulisse und eine tolle Atmosphäre. Solche Spiele sind für uns und auch für die Zuschauer wie ein Festival.

Wie sollte denn die MT in dieses Spiel hineingehen?

Kelentric: Wir brauchen uns in diesem Spiel keinen Stress, keinen Druck zu machen. Den hat eher Hamburg. Die dürfen sich auf dem Weg zu Meisterschaft eigentlich keinen Ausrutscher mehr erlauben, wissen aber seit ihrem Spiel gegen Gummersbach, dass es einem ganz schnell mal passieren kann. Wir hingegen wollen uns einfach nur gut präsentieren und können deshalb dieses Spiel eher genießen. So wie man eben ein Festival genießen sollte.

Was macht den HSV so stark?

Kelentric: In dieser Mannschaft stehen viele Weltklassespieler, hier ist wirklich jeder einzelne sehr gefährlich. Darüber hinaus funktionieren sie als Team sehr gut, haben viele Möglichkeiten, zu variieren.

Du triffst in diesem Spiel gleich auf drei Landsleute, von denen Du zwei besonders gut kennst.

Kelentric: Ja. Mit Domagoj Duvnjak, Igor Vori und Blazenko Lackovic stehen drei Kroaten im Kader. Mit den beiden letztgenannten habe ich drei, bzw. vier Jahre zusammen in Zagreb gespielt. Übrigens: Lackovic ist für mich der zur Zeit wohl stärkste Halblinke der ganzen Liga.

Apropos „Kennen“: Wer hat denn heute im direkten Aufeinandertreffen den Vorteil auf seiner Seite, der Feldspieler oder der Torwart?

Kelentric: Das ist natürlich eine oft gestellte Frage, mit den unterschiedlichsten Antworten darauf. In diesem Fall weiß ich natürlich alles, was meine Landsleute machen und denke deshalb, dass ich als Torwart im Vorteil bin. Das gilt für die Würfe aus der Distanz. Wie sie allerdings werfen, wenn sie bis auf sechs Meter herankommen, kann ich natürlich auch nicht vorhersehen. Wenn ihnen nun gegen mich viele Tore gelingen sollten, wird man anschließend sagen, dass der Vorteil des Kennens auf ihrer Seite lag. Umgekehrt gilt das gleiche. Wir müssen das also einfach mal beobachten (grinst).

Und wenn es bei Dir nicht laufen sollte, wechselst Du dich mit Deinem Kollegen Robert Lechte ab. So wie zuletzt gegen Hannover?

Kelentric: Ja genau. Du spürst ja als Torhüter schnell, wie gut du drauf bist. Ich hatte gegen Hannover bis dahin nicht richtig schlecht gespielt, aber ich hatte das Gefühl, jetzt sollte es mal Robert probieren. Ich dachte, vielleicht hat er einfach das glücklichere Händchen an diesem Tag. Und so war es dann auch. Er hat ein super Spiel gemacht und so zum Sieg beigetragen. Letztlich zählt immer nur der Erfolg der Mannschaft. Ich bin in solchen Momenten überhaupt nicht neidisch auf die Leistung meines Kollegen. Im Gegenteil.

Bist Du eher der Torhütertyp, der gern von Beginn an spielt, oder würdest Du auch damit vorlieb nehmen können, zunächst auf der Bank zu sitzen?

Kelentric: Ich glaube allgemein, dass jeder Spieler, egal ob Torwart oder Feldspieler, lieber von Beginn an spielt, als zunächst draußen zu sitzen. Schließlich macht man sich eine halbe Stunde lang warm und bereitet sich intensiv auf seinen Einsatz vor. Gerade für Torhüter ist es nicht einfach, sozusagen kalt von der Bank zu kommen. Bei Feldspielern mag das etwas anders sein.

Demnächst bist Du aber nicht nur auf dem Spielfeld gefordert, sondern auch auf dem PC-Monitor. Du bist als virtueller Keeper beim neuen Videospiel ‘Handball Challenge’ im Einsatz. Was sagst Du dazu?

Kelentric: Ja, das ist schon eine witzige Sache. Ich fühle mich dadurch geehrt. Schließlich kann das ja nicht jeder Spieler von sich behaupten. Ich würde fast sagen, es ist ein weiterer Höhepunkt in meiner Karriere.

Neutron Games, Erfinder von Handball Challenge, präsentiert das Spiel in Deutschland erstmalig am Sonntag in der Rothenbach-Halle. Da musst Du natürlich auch mal an die Konsole!

Kelentric: (lacht) Da bin ich jetzt schon aufgeregt. Es muss mir erstmal jemand zeigen, wie das geht. Ich habe dazu gar kein Talent und wünsche den Spaß lieber allen Jüngeren.

Noch weitere Wünsche für den Sonntag?

Kelentric: Eine volle Halle und ein super Spiel!



 
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