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Season 2009-2010 | 23.Matchday | 03/13/2010, 20:15
LogoFA Göppingen - HSG WetzlarLogo
31:24 (14:11)
EWS-Arena Göppingen (Hohenstaufenhalle) (Spectators: 4800)
Referee: Robert Schulze, Tobias Tönnies
03/13/2010 - Felix Buß - handball-world.com
Göppingen besiegt ersatzgeschwächte Wetzlarer

Alois Mraz
Photo: HSG Wetzlar
Ohne Sven-Sören Christophersen, der aufgrund von Rückenschmerzen nicht mit nach Göppingen fahren konnte, zeigte sich Wetzlar von Beginn an kämpferisch. Vor 4800 Zuschauern tat sich Göppingen vor allem in der ersten Hälfte schwer. Die offensive HSG-Abwehr konnte letztlich dank des stark aufspielenden Christian Schöne (7 Treffer) durchbrochen werden. Nach dem 14:11-Pausenstand war er entscheidend am 21:14-Zwischenstand (42.) beteiligt. Wetzlar konnte den Ausfall von Christophersen-Ersatz Alois Mraz (25. Minute) jedoch allmählich kompensieren und kam mit guten Kombinationen noch einmal auf. Göppingen zeigte sich nicht konzentriert genug, um die nachlassenden Wetzlarer Kräfte zu nutzen und führte beim 31:24-Endstand letztlich mit sieben Toren. Bester Schütze der Gäste war Kevin Schmidt (7/4).

Gäste-Trainer Michael Roth musste in Göppingen den Ausfall seines Toptorschützen Sven-Sören Christophersen kompensieren. Beim Nationalspieler waren am gestrigen Abend Schmerzen im unteren Rücken aufgetreten, so dass er gar nicht erst die Reise nach Göppingen angetreten hatte. Auch ohne ihn präsentierte sich die HSG Wetzlar äußerst kämpferisch, für Christophersen sprang Alois Mraz in die Bresche. Er erzielte den ersten Treffer der Partie und ließ in der ersten Hälfte zwei weitere folgen. Allerdings ging der Tscheche fünf Minuten vor Ende der ersten Hälfte benommen nieder und musste auf dem Weg zur Bank von Torhüter Nicolai Weber gestützt werden. Zu diesem Zeitpunkt führte Göppingen mit 12:9, ein Vorsprung, den Späth und Schöne bis zum 14:11-Pausenstand verteidigten. Für Mraz erschien der couragierte Timm Schneider auf der Spielfläche, der 21-Jährige setzte mit dem Hüftwurf zum Pausenstand ein erstes Ausrufezeichen.

Die Partie zwischen Göppingen und Wetzlar hatte spielerisch wenig zu bieten. Die Gäste zogen eine 3:2:1-Deckung auf, kamen aber nur selten an den Ball um Konter zu setzen. Allerdings konnten sie den Positionsangriff der Gastgeber immer wieder erfolgreich unterbinden und hielten sich dadurch bis zum 5:5 (13.) schadlos. Technische Fehler der HSG konnte Göppingen bis dahin kaum nutzen, so hatten die Mittelhessen sogar die Möglichkeit zur Führung. Doch der eher blass agierende Kaufmann schnappte sich den Ball und legte für Schöne auf, der Zentimeter vor der gegnerischen Kreislinie seine Körperbeherrschung ausspielte und die Schwaben vorn hielt. Velimir Petkovic war jedoch nicht zufrieden, schickte Kjell Landsberg aufs Feld und verlangte von Schöne und Oprea hinter der offensiven Deckung der Gäste einzulaufen.

Nach zwanzig Minuten beim Stand von 9:7 hatte er weitere Kritik und legte die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Drasko Mrvaljevic und Rares Jurca sollten sich nun gegen die Gästeabwehr stemmen, Kaufmann und Thiede hatten nicht getroffen. Mrvaljevic konnte dabei gleich beim 10:7-Treffer aus schwerem Winkel glänzen, Jurca hatte jedoch in Sebastian Weber einen cleveren und hellwachen Gegenspieler und machte keinen Stich. Die Auszeit schien eher Wetzlar beflügelt zu haben, Valo spielte erst Landsberg aus und legte dann auf Sebastian Weber zum 10:8 ab. Der Anschlusstreffer war Wetzlar zwar nicht vergönnt, die erste Hälfte entschieden rechnerisch allerdings nur die drei von Enid Tahirovic parierte Gegenstöße. Tahirovic selbst leitete mehrere Kontertreffer erfolgreich ein, während sein Gegenüber Nikolai Weber nur einen Treffer verhinderte.

Die treffsicheren Späth und Schöne eröffneten nach der Pause den Göppinger Torreigen und erhöhten auf 16:11 (32.). Vor allem Schöne, der beim 18:13 (35.) bereits sechsfach getroffen hatte, kam das behäbige Wetzlarer Spiel entgegen. Die Gäste präsentierten sich dabei in der Abwehr weiterhin kämpferisch, doch die Kräfte ließen schon zu Beginn der zweiten Hälfte merklich nach und Göppingen kam immer wieder zu leichten Balgewinnen und Treffern, obschon die HSG immer wieder versuchte die Werfer in die Distanz zu drängen. Doch dann war Platz für Schöne, der weiterhin nach Belieben traf. Schon nach 425 Sekunden benötigte Gästetrainer Michael Roth die Auszeit. Die Abwehr zog sich auf 6:0 zurück, Kevin Schmidt sollte die Geschicke im Angriff leiten und konnte dabei einige Akzente setzen.

Derweil waren bei Göppingen Kaufmann und Thiede im Angriff zurück, Kaufmann benötigte ein paar Versuche, ehe beim 21:14 (42.) das Visier korrekt eingestellt war. Zudem brachte Petkovic Tim Kneule für den zunehmend unauffälligen Dragos Oprea. Wechselmöglichkeiten, die Michael Roth auf der gegnerischen Bank freilich nicht hatte. Auf seiner Ersatzbank saßen nur noch drei Feldspieler. Doch die Wetzlarer Kombinationen auf dem Feld passten wieder und Allendorfs Foul an Manuel Späth war ein Zeichen der noch nicht erloschenen Aggressivität der Mittelhessen. In der weitgehend ereignisfreien, zähen Schlussphase schenkten sich beide Teams erneut nichts. Dabei gelangen Wetzlar zwar die schöneren Tore, aufschließen konnte das Team von Michael Roth allerdings nicht. Göppingen siegte letztlich unangefochten, aber nur bedingt überzeugend mit 31:24.

Stimmen

Michael Roth, Trainer HSG Wetzlar
Herzlichen Glückwunsch an die Frisch Auf-Familie. Alles im allem war das ein Spiel, das so ausgegangen ist, wie es alle erwarten hatten. Aber ich muss auch sagen, dass ich heute von meiner Mannschaft ein paar Attribute gesehen habe, die wir angesprochen hatten. Wir sind aggressiv in die Zweikämpfe gegangen. Wir wollten uns heute wirklich von Anfang an so präsentieren, dass wir zumindest das Ergebnis im Zaum halten können. Wenn man dann noch bedenkt, dass Christophersen gefehlt hat und Mraz dann leider Gottes sich verletzt hat – es sieht nicht aus - und ausfällt und wir dann phasenweise mit einem Verlegenheits-Rückraum agieren müssen, muss ich doch sagen, dass ich mit der Niederlage leben. So etwas sage ich normalerweise nicht. Ich denke, dass alle Spieler gemerkt haben, dass es nur über bedingungslosen Einsatz, bedingungslosen Kampf geht um die Qualitätsunterschiede auszugleichen. Unser Ziel ist es, nicht in den Abschiedsstrudel zu geraten. Nach dem Spiel habe ich in den Gesichtern der Spieler leichte Zufriedenheit gesehen, dass wir eben nicht untergegangen sind und dass wir letztlich fast alles umgesetzt haben, was wir vorgenommen hatten. Im Moment ist es so, dass wir in Göppingen keine Chance haben. Wir haben leider weiterhin zwei, drei Spieler, die nicht ihre Form haben oder unkonzentriert sind. Daran müssen wir arbeiten.“

Michael Roth zur Verletzung von Alois Mraz
Die Verletzung von Mraz passierte bei einem Zweikampf. Er wurde dabei gehalten und hat sich eventuell eine muskuläre Verletzung im hinteren Rückenbereich zugezogen. So etwas ist sehr schwer zu behandeln und auszukurieren. Er hatte das Gefühl, dass etwas gerissen ist. Er wird morgen gleich zum MRT geschickt, wir hoffen, dass er nicht längerfristig ausfällt. Das wäre schwierig für uns, auch wenn wir gesehen haben, dass Timm Schneider und Kevin Schmidt heute gut gespielt haben. Wir müssten dann noch mehr zusammenrücken. Timo Salzer trägt viel Verantwortung. Auf Rechtsaußen haben wir aber, auch in der Abwehr, erhebliche Problem schon seit Wochen. Wenn Oprea ein paar Mal einläuft, muss man kapieren, dass man etwas tun muss. Der Spieler muss kapieren, dass die Bundesliga kein Wunschkonzert ist. Smoler hat hohe Erwartungen an sich und die muss er jetzt halt auch erfüllen.

Velimir Petkovic, Trainer Frisch Auf! Göppingen
In erster Linie danke für die Glückwünsche. Wir haben verdient gewonnen, damit bin ich zufrieden. Aber ich habe so ein Spiel nicht erwartet. Ich hatte eine bessere Leistung von meinen Jungs erwartet, das muss ich ehrlich sagen. Ich hatte eine gute und kompakte Deckung erwartet. Aber es gab die Gefahr der Unterschätzung. Als wir dann vor dem Spiel erfahren haben, dass Christophersen ausfällt, habe ich ein bisschen angst gehabt. Und wir haben gesehen, dass die erste Halbzeit dann auch so gelaufen ist. Michael Roth hat seine Mannschaft gut eingestellt. In der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Probleme mit der 3:2:1. Aber danach haben wir auch gesehen, dass man solche Probleme nicht bekommt, wenn jemand gut spielt. Ich habe viel Bewegung verlangt, das haben wir aber nicht gemacht. Deswegen haben wir viele, viele Bälle für unsere Tore gebraucht. Und auch unsere Abwehr hat nicht so gut funktioniert. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen mehr Bewegung im Angriff gesehen, deswegen haben wir dann auch leichte Tore gemacht. Wir haben dann mit sieben Toren geführt und das Spiel praktisch souverän kontrolliert. Aber ganz zufrieden bin ich nicht nach dem Verlauf des Spiels.

Sascha Schnobrich, Geschäftsführer HSG Wetzlar
Die Mannschaft hat wesentlich mehr gezeigt als die letzten Spiele, besonders angesichts der Ausfälle. Timm Schneider hat ein gutes Spiel gemacht. Sehr gut gefallen haben mir der Charakter und die Einstellung, dass sich die Mannschaft immer wieder herangekämpft hat trotz großer Rückstände. So können wir jetzt weitermachen.“

Gerd Hofele, Manager Frisch Auf! Göppingen
„Ich denke, das Spiel muss man nicht weiter kommentieren. Es war ein Pflichtsieg in der heimischen EWS-Arena, mit dem Ergebnis und der Zuschauerzahl sind wir sehr zufrieden. Wir haben jetzt ein sehr schweres Spiel in Nettelstedt vor uns, das wir erfolgreich gestalten wollen. Dann kommt die Topmannschaft mit dem THW Kiel nach Göppingen.“

Christian Schöne, Frisch Auf! Göppingen
Ich nehme denen das nicht so ab, dass sie einfach nur mitspielen wollten. Sonst hätten sie nicht mit einer 3:2:1 angefangen. Wir haben uns lange schwer getan. In der zweiten Hälfte haben wir besser ohne Ball gespielt und konnten uns absetzen. Dann hatten wir aber wieder Schwächephasen drin, die einen höheren Sieg wieder verhindert haben. Das zieht sich jetzt durch die letzten Spiele und das müssen wir abstellen, wenn wir bei den nächsten Spielen in Lübbecke und gegen Kiel erfolgreich sein wollen. Danach geht es zum HSV, dazwischen die Spiele gegen Schaffhausen. In Nettelstedt haben einige große Mannschaften verloren, daher wird es ein schweres Spiel. Da wird sicher nichts für das Torverhältnis gemacht werden können.

Manuel Späth, Frisch Auf! Göppingen
Ich würde es als Arbeitssieg bezeichnen. Aber wir können sicher nicht zufrieden sein mit dem Spiel heute. Wir hatten uns vorgenommen, dass wir nicht nachlassen, wenn wir mal in Führung sind. Die Führung, die wir zu Beginn der zweiten Hälfte herausgespielt hatten, auszubauen und einen deutlichen Sieg einzufahren, ist uns leider heute nicht gelungen. Daran müssen wir arbeiten, dass wir, wie Petko so schön sagt, den Gegner kaputt machen, wenn er am Boden liegt. Am Ende waren wir aber zu nachlässig und so ist Wetzlar im Spiel geblieben.



Scorers: Schöne (7), Späth (6), Haaß (4), Oprea (3), Kaufmann (3), Mrvaljevic (3), Schweikardt (2), Kneule (1), Thiede (1), Landsberg (1) - Schmidt (7), Schneider (4), Valo (4), Mraz (3), Weber (2), Jungwirth (2), Allendorf (1), Salzer (1)
7m: 4/6 - 5/5
2-Minute Penalties: 1/3
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Further news about Vladan Krasavac:
18.10.2008: Wetzlar signs new goalkeeper Vladan Krasavac
 
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