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#Handball: Michael Kraus und der Wechsel zum HSV Hamburg: Morgen um 18 Uhr folgt endgültig die Unterschrift. »http://is.gd/dMeuA

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:: Complete News
03/15/2010 - Sandra Degenhardt - dpa / PM HBL / red
Meister Kiel patzt in Lemgo - Hamburg weiter vorn

Jens Bechtloff feierte einen Sieg gegen Kiel
Photo: TBV Lemgo
Jubel in Hamburg, Frust in Kiel: Nach dem Patzer von Meister THW Kiel spitzt sich die Dramatik im Zweikampf um die Deutsche Meisterschaft weiter zu. Der deutsche Rekord-Champion kassierte am Sonntag mit dem 30:32 (14:14) beim TBV Lemgo die zweite Niederlage der Saison und musste im Fernduell mit Tabellenführer HSV Hamburg einen vielleicht entscheidenden Rückschlag im Kampf um die Liga-Krone einstecken. Denn der Erzrivale baute mit dem 35:28 (15:15)-Auswärtserfolg bei MT Melsungen seine Tabellenführung auf nun drei Zähler aus, wobei die Zebras ein Spiel weniger absolviert haben. Die Ostwestfalen bleiben nach dem Prestigesieg und dem Sprung auf Platz sechs weiter im Rennen um die Europapokal-Plätze.

Der THW lieferte am 23. Spieltag in der Bundesliga eine meisterliche Anfangsphase ab und schien beim 9:3 (16.) unaufhaltsam davonzueilen. Doch der TBV berappelte sich wieder und der zuletzt gescholtene Nationalmannschaftskapitän Michael Kraus führte bei seinem Comeback nach überstandenem Muskelfaserriss sein Team bis zur Pause wieder heran. Nach dem Wiederanpfiff trumpften nun die Gastgeber auf: Mit dem starken Schlussmann Martin Galia an der Spitze gelang dem TBV alles und den Zebras fast nichts mehr. Die Kieler agierten nun überhastet und kopflos - mit dem Resultat, dass sie plötzlich 21:28 (48.) hinten lagen. Aber Kiel kämpfte sich auf 29:30 (56.) heran, um dann wieder zu schwächeln.

„Wir dachten, dass wird unser Tag. Diese Niederlage nervt“, bekannte der mit neun Toren beste Kieler Werfer Kim Andersson. Ganz anders die Gemütslage bei Kraus, der bei den zwei Testländerspielen am Dienstag und Mittwoch gegen die Schweiz nicht dabei ist. „Wir haben uns enorm gesteigert und in der hitzigen Schlussphase den Kopf oben behalten“, sagte Kraus, der zuletzt für Wechselgerüchte zum HSV gesorgt hatte. „Das war nicht meine Intention und ich bin auch froh, dass jetzt wieder Ruhe eingekehrt ist.“

In Melsungen stießen die Hamburger 40 Minuten lang auf harten Widerstand des Underdogs, ehe Nationalspieler Pascal Hens und Co. den Turbo zündeten. Dank des 21. Saisonerfolgs bleibt das Team von Trainer Martin Schwalb weiter vor dem Erzrivalen THW Kiel. Der HSV offenbarte bei dem Pflichterfolg seine zwei Gesichter. Wie schon zuvor bei der 31:39-Pleite gegen den VfL Gummersbach und dem 34:32-Arbeitssieg gegen die Füchse Berlin ließ Hamburg auch beim Tabellenzwölften zunächst die spielerische Leichtigkeit vermissen. Melsungen hielt mit großem Kampf und Engagement zwei Drittel des Spiels mit. Doch der HSV spielte weiterhin geduldig und erarbeitete sich den Sieg. Eine erhebliche Steigerung in der Abwehr, Ballgewinne und daraus resultierende Tempogegenstöße sowie ein flüssiges Angriffsspiel machten den Unterschied. „Wir müssen von dem Gedanken wegkommen, dass wir jedes Team in jeder Halbzeit mit zehn Toren schlagen“, sagte Hens, der nach der Partie zum Nationalmannschafts-Lehrgang flog. „Wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen.“

Der TV Grosswallstadt hält wieder Kurs auf die Qualifikation für den Europacup. Nur eine Woche nach der unglücklichen Heimniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen überstand das Team aus Nordbayern am Freitagabend die Auswärtsaufgabe beim TSV Dormagen mit 25:23 und schob sich damit vorübergehend auf den siebten Tabellenplatz vor. Dabei war der Spielverlauf allerdings weit eindeutiger als es das knappe Resultat vermuten lässt. Nach 39 Spielminuten war die von Michael Biegler trainierte Mannschaft im Sportzentrum Dormagen mit sieben Treffern enteilt, ehe der TVG im sicheren Gefühl des Sieges den Gegner noch einmal herankommen ließ. „Die Mannschaft hat in der Kabine verstanden, in welchen Punkten wir zulegen müssen und hat das auch umgesetzt“, lobte Michael Biegler seine Mannschaft gleichwohl.

Frisch Auf Göppingen bleibt unterdessen das Überraschungsteam dieser Spielzeit. Nach dem 31:24-Erfolg gegen die HSG Wetzlar am Samstagabend bleibt das Team von Trainer Velimir Petkovic in Schlagdistanz zu den Champions-League-Plätzen. „Ich hatte eine bessere Leistung von meinen Jungs erwartet, das muss ich ehrlich sagen“, kritisierte der Coach trotzdem seine Mannschaft. Gerade mal ein Pünktchen trennt die Schwaben, die mit 35:11-Zählern auf dem vierten Tabellenplatz stehen, von der europäischen Königsklasse. Mit dem vierten Erfolg in Serie untermauerte der Traditionsklub seine Ambitionen auf die europäische Königsklasse, wobei Christian Schöne in Reihen von Frisch Auf und Kevin Schmidt auf Wetzlarer Seite mit jeweils sieben Treffern die erfolgreichsten Werfer waren. Die Gäste aus Wetzlar stecken mit 15 Zählern weiterhin im Abstiegskampf.

Gleiches gilt auch für den Liga-Neuling aus Hannover, der sein Heimspiel gegen die Füchse Berlin am Samstagabend mit 26:28 verlor. Lange Zeit sah es dabei allerdings so aus, als ob das Team von Trainer Frank Carstens zumindest einen Teilerfolg erringen könnte. Bis eine Minute vor dem Ende des Spiels hielt TSV Hannover-Burgdorf ein Unentschieden und musste sich erst nach den beiden entscheidenden Treffern von Kjetil Strand und Michal Kubisztal geschlagen geben. „Wir hatten die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen. Aber durch die Stimmung und die Emotionen hat sich Burgdorf immer wieder zurückgekämpft“, betonte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson. Während die Füchse nach diesem Erfolg wieder Europacup-Witterung aufgenommen haben, bleibt die Situation für Hannover bei 13 Punkten weiterhin bedrohlich.

Der VfL Gummersbach konnte nach der Heimniederlage gegen den THW Kiel im Match gegen HBW Balingen-Weilstetten wieder doppelt punkten und bezwang die Schwaben deutlich mit 35:22. „Ich bin sehr zufrieden und das sage ich eigentlich nicht häufig, weil es immer etwas zu verbessern gibt. Balingen spielt eine unangenehme Verteidigung, sie haben schon große Mannschaften geschlagen, darunter auch Kiel“, sagte VfL-Trainer Sead Hasanefendic, dessen Team Balingen die höchste Saisonniederlage beibrachte. Bereits am Donnerstag bezwangen die Rhein-Neckar Löwen ihren Gegner MT Melsungen mit 35:26 und erhielten sich damit ihre Chance auf eine erneute Teilnahme an der Champions League. In zwei vorgezogenen Spielen unterlag bereits Mitte Februar GWD Minden daheim dem HSV Hamburg mit 22:28, und die SG Flensburg-Handewitt bezwang Anfang März den TuS N-Lübbecke mit 28:19. Die HSG Düsseldorf verlor am Mittwoch ihr Gastspiel beim SC Magdeburg denkbar knapp mit 32:33 und bleibt damit Vorletzter der Tabelle.

:: Spielberichte:
Lemgo überrascht Kiel
Melsungen hält gegen den HSV 35 Minuten mit
Gummersbach gibt sich gegen Balingen keine Blöße
Göppingen besiegt ersatzgeschwächte Wetzlarer
Füchse Berlin zittern sich bei der TSV H.-Burgdorf zum Sieg
Am Ende wurde es noch einmal knapp: Großwallstadt siegt in Dormagen
Löwen mit einem ungefährdeten Sieg gegen Melsungen




 
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